Taiwan Filmfest in Tübingen

8. Juni 2010

Wie die fleißigen Leute bei taiwaneuwatch.com berichten findet demnächst das „Filmfestival 2010 – Dokumentarfilme aus Taiwan“ findet in Tübingen statt.
Am Freitag, 25. Juni 2010 von 14:00 – 17:00 Uhr sowie am 26. Juni werden verschiedene Filme im Original gezeigt, jeweils mit Untertiteln. Veranstaltungsort ist die Eberhard Karls Universität Tübingen, dort im Neuphilologikum, Hörsaal 037 in der Wilhelmstraße 50.

Der Unkostenbeitrag beträgt 3 Euro.

Hier der Link zum Programm. Die Infos gibts auch ubiquitär bei Facebook oder als klassisches PDF zum Ausdrucken und aushängen.


Berlin: 珍珠奶茶 bei Boboq

21. Februar 2010

Nach den ersten wenigen Läden für 珍珠奶茶 in Berlin gibt es seit Freitag einen weiteren: Boboq (www.boboq.de) in der City West, Marburger Straße 17.
Wir waren noch nicht da, aber in den kommenden Tagen werden wir hingehen und ausführlich Tapioka-Perlen schlürfen. 9)


Taiwan für chinesisches Kulturverständnis unentbehrlich

26. August 2009

Die FAZ hat heute einen interessanten Artikel anläßlich der Frankfurter Buchmesse und des diesjährigen Partnerlandes. Mark Siemons schreibt in „Die andere Kulturrevolution“ zum augenfälligen Kontrast Taiwan und China:

In Ermangelung eines souveränen, voll handlungsfähigen Staats stellt sich den Taiwanern seit mehr als zwanzig Jahren die Frage: Wie können wir unsere mühsam errungene Demokratie und Eigenständigkeit gegenüber der Volksrepublik, die auf uns Anspruch erhebt, behaupten? In welchem Sinn gehören wir, wenn überhaupt, zu China, und was gehört außerdem noch zu uns? Was ist überhaupt „China“, abgesehen von der das Land zurzeit regierenden Kommunistischen Partei? So wird Taiwan für die Diskussion, was die chinesische Kultur zur Gegenwart beitragen kann, unentbehrlich.

Ich bin nicht sicher ob ich mit allen Darstellungen und Schlußfolgerungen übereinstimme. Um etwas über die intellektuelle und literarische Welt in Taiwan zu erfahren und Buchempfehlungen zu erhalten ist der Artikel jedenfalls bestens geeignet. Wir wünschen uns mehr Journalisten, die so einen weiten Blick haben und einige der Problematiken verstehen und darstellen können, politisch wie kulturell.


Freihandelsabkommen mit nackten Frauen bewerben

21. Juli 2009

Was wie ein ganz populistischer Klimmzug der niederen Sorte klingt ist eigentlich eine gute Sache: wenn man auf der Suche nach der Kampagne um das Freihandelsabkommen, das Taiwans Präsident mit China (und der ASEAN) schließen will, statt dpp.org.tw mit einem Tippfehler als ddp.org.tw eintippt, dann… Ich verlinke das besser nicht, den Neugierigen sei gesagt, dass man nackte Frauen zu sehen bekommt (die aber tendenziell eher zahm daherkommen, zumindest wenn man dem Link dort nicht folgt). Könnte Zufall sein, muss aber nicht. Die öffentliche Wirkung der Kampagne jedenfalls steigt dadurch enorm.

Anyway, die Diskussionen um das ECFA halte ich für gut und fruchtbar, denn „einfach so“ das Abkommen schließen klingt in den Ohren vieler nach „wir übergehen den offensichtlichen gesellschaftlichen Diskussionsbedarf“. Schwellenwert für den Eingang in offizielle parlamentarische Auseinandersetzungen sind 87.000 Unterzeichner, und es sind schon über 136.000. Ein Referendum wird kommen müssen, zu viele fühlen sich uninformiert über die genauen Inhalte. Politisch ist es ausgesprochen dumm die Mehrheit zu ignorieren.

Die Promotionwebseite der Regierung ist diese: ecfa.dpp.org.tw, Auskunft auf deutsch auf gio.gov.tw. Mehr Links: Nachrichtenüberblick und Videos samt englischer Übertitel:


Pearl Milk Tea 珍珠奶茶 in Berlin

14. Juli 2009

2001, als ich das erste Mal in Taiwan war, kannte ich gar keine taiwanischen Spezialitäten. Alles war neu. Aber seither gehört Bubble Milk Tea, Perlen-Milch-Tee zum fast täglichen Programm, wenn ich dort bin.

In Taiwan gibt es die Läden überall, mal als Stände auf dem (Nacht-)markt, mal als Ladenkette. Die Spezialität hat es auch auf schöne Postkarten geschafft: have you had it yet? (Bild reiche ich nach.)

Hamburg hat seinen ersten taiwanesischen Teeladen. Glückwunsch!
Lisa Ponath berichtet darüber: Wenn im Tee die Perlen platzen von Juni 2009:

Die Gläser, die Frau Chang zum Probieren reicht, sind gefüllt mit einer milchigen, meist bunten Flüssigkeit, Eiswürfeln und seltsamen, fingernagelgroßen Kügelchen, die am Boden des Glases schwimmen. Den zunächst irritierten Blick ihrer neuer Kunden kennt die Chefin des Lokals schon. Sie beruhigt diese dann mit den Worten: „Ich verspreche Ihnen, es wird Ihnen schmecken.“

Ich war 2005 in London und freute mir den sprichwörtlichen Ast, als ich in Chinatown „Taiwan Delight Pearl Ice Tea“ kaufen konnte, siehe Foto. Ich ging magisch angezogen in den Laden, eine Art Vorraum des Restaurants, und bestellte. „Three pounds fifty“ sagte die Chinesin, und ich bezahlte erst und rechnete dann nach: etwa 4 Euro, heftig. Und damit ca. 4-5mal so teuer wie in Taipei, und etwa doppelt so viel wie in Hamburg. Naja, das kann schon mal sein. Ich senke einfach meine durchschnittlichen Ausgaben, indem ich in Asien mehr davon trinke. 😉

Berlin hat auch seine Bemühungen: eine mittlere Kaffeekette bietet Pearl Milk Tea, gesehen in der nördlichen Friedrichstraße. Die Erfahrungsberichte der Taiwanesen die wir befragt haben sind sich aber alle einig: gar nicht gut, das Geld nicht wert. Ich bleibe aber neugierig, bin aber nicht oft dort in der Gegend.

Dagegen weiß ich wo ich guten 珍珠奶茶 bekommen kann: in Neukölln, Sonnenallee 23 nahe Hermannplatz. Dort ist das kleine beschauliche Restaurant „Beef House“, das neben ziemlich guter Rindfleisch-Nudelsuppe auch ordentlichen Pearl-Milk-Tea anbietet. Die engagierten Betreiber importieren die Perlen noch selbst. Mal sehen wann die Berliner Asiaten dort auch anstehen um Tee zu trinken. Die Stammkundschaften scheint viel aus chinesischen und taiwanischen Studierenden zu bestehen.


Olympia, Taiwan und Burma

27. August 2008

Wer die Schlußfeier der 29. Olympischen Spiele im ZDF gesehen hat mag es mitbekommen haben: eher am Anfang der Nationen verabschiedete sich Taiwan, und die Kommentatoren sprechen gefühlt minutenlang über Taiwan, benennen die Lage in der internationale Politik und das Verbot der taiwanesischen Flagge in der Volksrepublik China. Bei der Aufzählung der Eigenschaften fehlte uns etwas das Schlagwort „Demokratie“, das einen kräftigen Kontrast zum Gastgeberland aufgespannt hätte, aber allzu kleinlich wollen wir nicht sein. Die Kommentare waren gut in Ordnung, kamen zur rechten Zeit, und haben womöglich den einen oder anderen Zuschauer darauf aufmerksam gemacht, dass sich das Nachschlagen lohnt. Danke ZDF!

Hier funktioniert die Mediathek nicht, aber man kann im Prinzip die Übertragung der Abschlußfeier noch einmal angucken, hier: http://www.zdf.de/ZDFmediathek/content/569154?inPopup=true. Wenn das inklusive Kommentar ist dann mal aufmerksam die ersten paar Minuten verfolgen.

Was uns entgangen war: offenbar wurde verschiedentlich die burmesische Flagge verwendet und von Taiwan verwendet – weil sie recht ähnlich sieht. Farbgebung und Aufbau sind praktisch gleich, nur das weiße „Ornament“ im blauen Feld links oben ist anders: statt der republikanischen Sonne (Taiwan) sind einige Symbole Burmas zu sehen. Mit etwas Abstand oder schlechtem Empfang hat man so geschickt das Verbot umgangen.

Die Spiele selber haben wir kaum verfolgt, von den von Zhang Yimou spektakulär inszenierten Ein- und Ausgangsfeiern abgesehen. Wir wissen aber den Medaillenspiegel dank des Internets nachzuschlagen: Taiwan, das entwürdigenderweise als Chinese Taipei antreten muss, belegt Rang 80, mit 4 bronzemedaillen. Die Schweiz ist 34., und Deutschland immerhin 5. Alle Achtung. Bei der Überzahl volkschinesischer AthletInnen ist das ganz ordentlich.
In den ersten Tagen der Spiele haben wir allerdings Chen Wei-Ling zugesehen, die im Gewichtheben noch versucht hatte, den politischen Konflikt durch mehr Gewicht umzukehren und mehr zu reißen als die Goldmedaillengewinnerin Chen Xiexia (VR China). Die Niedergeschlagenheit war ihr anzusehen.


Veranstaltung: Lesung mit Ilka Schneider am 4. September

27. August 2008

Im Kultur-Café Quchnia in Berlin findet am Donnerstag, dem 4. September 2008 eine Lesung mit Ilka Schneider statt, Titel: „Zwischen Geistern und Gigabytes – Abenteuer Alltag in Taiwan“. Das gleichnamige Buch ist praktisch das einzige unterhaltsame und lesenswerte aktuelle Buch über Taiwan, das man derzeit auf deutsch kaufen kann, so der Text. Wir kannten weder das Buch noch die Autorin, es sei uns verziehen.

Wie man in ihrem (kürzlich gestarteten) Blog und der Homepage nachlesen kann, scheint die Autorin vielfache Interessen zu verfolgen, und das liest sich dann einsichtsvoll etwa so:

Ich möchte mal so sagen: wenn man 40 ist und drei bis vier Jobs macht, um gleichzeitig seinen Berufungen folgen zu können, oder was man eben dafür hält, wenn man dann noch Chinesisch studiert, dieses Studium aber nicht abschließen kann, weil für das erforderliche Zweitfach Zeit und Lust fehlen, wenn das alles so ist, muss die Frage erlaubt sein, warum man dann doch eine Zwischenprüfung ablegen will. Noch dazu nachdem der Wissenszenit wegen anderweitiger Beschäftigung (siehe oben) schon erheblich überschritten wurde. Wenn man dann noch „man“ durch „ich“ ersetzt, wird die Frage extrem aufdringlich, also lass ich das besser. Aber um mir selber nicht so ein Zensurodeur zuzulegen, lasse ich die Frage selber natürlich zu. Fragen kostet ja nichts. Wenn man nicht gerade auf einer Hotline eine Frage stellen will. Aber hier: ganz kostenfrei. Antwort habe ich trotzdem nicht. Das ist natürlich dann erfreulich, dass man dafür nicht auch noch Geld ausgegeben hat. Man muss auch nicht jede Frage beantworten, nur weil es erlaubt ist sie zu stellen. Obwohl das schwer ist nicht zu antworten.

Klingt als würden auch taiwaninthenews die Lesung besuchen wollen. Solche inneren Stimmen haben wir doch alle. :)

Veranstalter ist die Taipeh Vertretung, deswegen gibt es die Ankündigung nirgendwo online. Man bittet auf dem Flyer um Rückantwort bis Montag, den 1.9. entweder per Telefon 030 20361400 oder Fax 030 20361410, oder immerhin per Mail an pressetaipeh-berlin@gmx.de.

Das Café Quchnia liegt zentral in Berlin-Mitte, Markgrafenstraße 35 und ist hervorragend mit dem ÖPNV erreichbar.