Taiwan für chinesisches Kulturverständnis unentbehrlich

Die FAZ hat heute einen interessanten Artikel anläßlich der Frankfurter Buchmesse und des diesjährigen Partnerlandes. Mark Siemons schreibt in „Die andere Kulturrevolution“ zum augenfälligen Kontrast Taiwan und China:

In Ermangelung eines souveränen, voll handlungsfähigen Staats stellt sich den Taiwanern seit mehr als zwanzig Jahren die Frage: Wie können wir unsere mühsam errungene Demokratie und Eigenständigkeit gegenüber der Volksrepublik, die auf uns Anspruch erhebt, behaupten? In welchem Sinn gehören wir, wenn überhaupt, zu China, und was gehört außerdem noch zu uns? Was ist überhaupt „China“, abgesehen von der das Land zurzeit regierenden Kommunistischen Partei? So wird Taiwan für die Diskussion, was die chinesische Kultur zur Gegenwart beitragen kann, unentbehrlich.

Ich bin nicht sicher ob ich mit allen Darstellungen und Schlußfolgerungen übereinstimme. Um etwas über die intellektuelle und literarische Welt in Taiwan zu erfahren und Buchempfehlungen zu erhalten ist der Artikel jedenfalls bestens geeignet. Wir wünschen uns mehr Journalisten, die so einen weiten Blick haben und einige der Problematiken verstehen und darstellen können, politisch wie kulturell.

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One Response to Taiwan für chinesisches Kulturverständnis unentbehrlich

  1. friedenswolke sagt:

    Zu dem Buch von Frau Lung:
    Das Buch ist lesenswert, besonders für die Chinesen, die Krieg heute noch so sehr verherrlichen und ihre militärische Waffen ständig eifig ausrüsten. Der chinesche Bürgerkrieg zwischen KP und KMT war im Jahr 1949 schon definitiv beendet. Wieso die Machthaber VR Chinas betrachten Taiwan immer noch so feindlich an, die richten zur Zeit sogar 1500 Raketen auf Taiwan ein?

    Frau Lung versuchte die sogenannte 8 Mio. Verlierer, die Zugezogenen und die gebürtige Taiwaner, auf einen gleichen sozialen Stand darzustellen. Dies scheint für die gebürtige Taiwaner aber sehr ungerecht.

    Das ist zum ersten mal ein offene Zugeständnis über eigene Elternsgeneration als „Verlierers“ des Krieges darzustellen, von deren der 1949 nach Taiwan geflohene chinesische Emigranten.(etwa 1,3 Millionen Menschen von der taiwanischen Regierung http://www.gio.gov.tw/taiwan-website…rbook/ch2.html )
    Das ist eine 60 jahre verspätete Erkenntnis. In Wirklichkeit bildten diese geflohene 1,3 Millionen Menschen seit 1949 aber mit siegreichen Haltung(Sieg über Japan) eine herrschende Oberschichte über gebürtige Taiwaner. Diese 1949 Familien sangen in Taiwan schon 60 Jahre ihre Nostalgie, die präsentierte bis 1989 als die richtige Mainstream-Kulturinhalte in Taiwan.

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