Freihandelsabkommen mit nackten Frauen bewerben

21. Juli 2009

Was wie ein ganz populistischer Klimmzug der niederen Sorte klingt ist eigentlich eine gute Sache: wenn man auf der Suche nach der Kampagne um das Freihandelsabkommen, das Taiwans Präsident mit China (und der ASEAN) schließen will, statt dpp.org.tw mit einem Tippfehler als ddp.org.tw eintippt, dann… Ich verlinke das besser nicht, den Neugierigen sei gesagt, dass man nackte Frauen zu sehen bekommt (die aber tendenziell eher zahm daherkommen, zumindest wenn man dem Link dort nicht folgt). Könnte Zufall sein, muss aber nicht. Die öffentliche Wirkung der Kampagne jedenfalls steigt dadurch enorm.

Anyway, die Diskussionen um das ECFA halte ich für gut und fruchtbar, denn „einfach so“ das Abkommen schließen klingt in den Ohren vieler nach „wir übergehen den offensichtlichen gesellschaftlichen Diskussionsbedarf“. Schwellenwert für den Eingang in offizielle parlamentarische Auseinandersetzungen sind 87.000 Unterzeichner, und es sind schon über 136.000. Ein Referendum wird kommen müssen, zu viele fühlen sich uninformiert über die genauen Inhalte. Politisch ist es ausgesprochen dumm die Mehrheit zu ignorieren.

Die Promotionwebseite der Regierung ist diese: ecfa.dpp.org.tw, Auskunft auf deutsch auf gio.gov.tw. Mehr Links: Nachrichtenüberblick und Videos samt englischer Übertitel:

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Pearl Milk Tea 珍珠奶茶 in Berlin

14. Juli 2009

2001, als ich das erste Mal in Taiwan war, kannte ich gar keine taiwanischen Spezialitäten. Alles war neu. Aber seither gehört Bubble Milk Tea, Perlen-Milch-Tee zum fast täglichen Programm, wenn ich dort bin.

In Taiwan gibt es die Läden überall, mal als Stände auf dem (Nacht-)markt, mal als Ladenkette. Die Spezialität hat es auch auf schöne Postkarten geschafft: have you had it yet? (Bild reiche ich nach.)

Hamburg hat seinen ersten taiwanesischen Teeladen. Glückwunsch!
Lisa Ponath berichtet darüber: Wenn im Tee die Perlen platzen von Juni 2009:

Die Gläser, die Frau Chang zum Probieren reicht, sind gefüllt mit einer milchigen, meist bunten Flüssigkeit, Eiswürfeln und seltsamen, fingernagelgroßen Kügelchen, die am Boden des Glases schwimmen. Den zunächst irritierten Blick ihrer neuer Kunden kennt die Chefin des Lokals schon. Sie beruhigt diese dann mit den Worten: „Ich verspreche Ihnen, es wird Ihnen schmecken.“

Ich war 2005 in London und freute mir den sprichwörtlichen Ast, als ich in Chinatown „Taiwan Delight Pearl Ice Tea“ kaufen konnte, siehe Foto. Ich ging magisch angezogen in den Laden, eine Art Vorraum des Restaurants, und bestellte. „Three pounds fifty“ sagte die Chinesin, und ich bezahlte erst und rechnete dann nach: etwa 4 Euro, heftig. Und damit ca. 4-5mal so teuer wie in Taipei, und etwa doppelt so viel wie in Hamburg. Naja, das kann schon mal sein. Ich senke einfach meine durchschnittlichen Ausgaben, indem ich in Asien mehr davon trinke. 😉

Berlin hat auch seine Bemühungen: eine mittlere Kaffeekette bietet Pearl Milk Tea, gesehen in der nördlichen Friedrichstraße. Die Erfahrungsberichte der Taiwanesen die wir befragt haben sind sich aber alle einig: gar nicht gut, das Geld nicht wert. Ich bleibe aber neugierig, bin aber nicht oft dort in der Gegend.

Dagegen weiß ich wo ich guten 珍珠奶茶 bekommen kann: in Neukölln, Sonnenallee 23 nahe Hermannplatz. Dort ist das kleine beschauliche Restaurant „Beef House“, das neben ziemlich guter Rindfleisch-Nudelsuppe auch ordentlichen Pearl-Milk-Tea anbietet. Die engagierten Betreiber importieren die Perlen noch selbst. Mal sehen wann die Berliner Asiaten dort auch anstehen um Tee zu trinken. Die Stammkundschaften scheint viel aus chinesischen und taiwanischen Studierenden zu bestehen.