Chinesisches Geld modernisiert Bankensystem in Afrika

In Afrika unterhalten drei Staaten echte diplomatische Beziehungen zu Taiwan: Burkina Faso, Swasiland und Gambia. Als afrikanische Länder sind sie, zumindest indirekt, auch von aggressiver volkschinesischer Finanz- und Entwicklungspolitik betroffen.

Man darf darauf aufmerksam machen, dass über viel Geld vieles entschieden wird, gerade auch in internationalen Beziehungen. Liberia und Tschad haben ihre Beziehungen bereits früher abgebrochen, wenn auch offiziell aus anderen Gründen. Derzeit wächst die chinesische Beteiligung an afrikanischen Banken, oder wie die Financial Times Deutschland heute in einem Dossier berichtet, „entern“ Chinesen derzeit Banken in Afrika:

Die Chinesen sind an den afrikanischen Banken interessiert, weil sie Gelder in den Bergbau- und Erdölsektor des Kontinents pumpen wollen. China ist auf Rohstoffe angewiesen, um seine Wirtschaft zu modernisieren. Die staatlich kontrollierte China Development Bank wird dem Kooperationsabkommen zufolge mit der United Bank for Africa Projekte in Nigeria finanzieren. China verfügt über riesige Kapitalvorräte, die die Volksrepublik weltweit anlegen will.

Die Zusammenarbeit kommt in einer Phase, in der die großen Banken des Kontinents auf Expansionskurs gehen. Die Zentralbank von Nigeria hatte 2004 eine ganze Reihe von Geldinstituten geschlossen, um den Finanzsektor zu stärken. Von 89 Banken blieben nur noch 25 übrig. Deren Aktienkurse haben in den vergangenen Jahren deutlich zugelegt.

Die Banken profitieren vom kräftigen Wirtschaftswachstum, das der Öl- und Rohstoffboom vielen Ländern Afrikas beschert hat. Die First Bank, eines der führenden Institute Nigerias, führt bereits Gespräche mit der Ecobank in Togo über einen Zusammenschluss. Andere Großbanken des Landes haben Filialen in Ghana, Gambia und Sierra Leone geöffnet.

„Entern“ klingt nach Piraterie und feindlicher Übernahme. Ob die FTD das so gemeint hat? China steht nicht im Fokus unserer Nachrichten, aber diese Art von Finanzpolitik kann schwerwiegende Folgen haben. Die böse Ein-China-Politik, der auch Deutschland folgt, führt auch dazu, dass die sich konsolidierenden Finanzmärkte in Gambia, Burkina Faso und Swasiland von volkschinesischem Kapitel mitgetragen werden. Da darf man mißtrauisch sein, und sollte es auch. Schon in der Vergangenheit hat die Volksrepublik gezeigt, wie man es mit internationalen Beziehungen hält. Taiwan muss aus der Isolation.

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