Da ist noch Luft, SEF und ARATS

1. Juli 2008

Nach dem Regierungswechsel in Taiwan (wir berichteten) ist es recht schnell zu binationalen Gesprächen gekommen, und beide Seiten haben wiederholt versichert, die Gespräche seien gut vorangekommen, etc etc. Nichts anderes hat man erwartet. Abtasten tut Not, aber nicht allzu öffentlich, und die Details erfährt ja niemand in der breiten Öffentlichkeit so genau. Aber es gibt viel zu lesen, und der Grundton ist positiv. Auch wir von taiwaninthenews schätzen, dass man sich unterhält, wie es scheint unverkrampft. Die Akteure sind natürlich, wie könnte es anders sein, nicht die jeweiligen Regierungen, sondern Chinas „Association for Relations Across the Taiwan Strait“ (ARATS) und Taiwans „Straits Exchange Foundation“ (SEF), die bereits seit 1991 existieren.

Ein parteiischer Artikel von Paul Lin (林保華) in den Taipei Times wirft ein anderes Licht auf die Gespräche und betont die Konsequenzen, die oftmals unerwähnt bleiben. Anlass ist ein pro-volkschinesischer Artikel vom 13. Juni 2008, der in der Zeitung Ming Pao (Hong Kong) erschienen ist, und der ebenfalls Partei ergreift. Paul Lin schreibt:

The value of sacrifices made by Taiwan in terms of sovereignty is already larger in value than China’s “big gifts,” which are really just tourists coming to Taiwan and chartered direct flights. Taiwan allowed tourists to go to China in the 1980s; and countless Taiwanese businessmen invested there after the Tiananmen Square Massacre, helping to save a Chinese economy that was starting to slip at that time. Now, there are millions of Taiwanese residing in China and Taiwanese have invested hundreds of billions of dollars there. Yet when a few thousand Chinese are set to come to Taiwan for a holiday, China calls it a “big gift.” Does this mean all that Taiwan has given China didn’t amount to anything? It is high time China cultivated some virtue and a little class and repay Taiwan instead.

Das halte ich für einen wichtigen Punkt, sowohl als beachtliches Gewicht in den Verhandlungen, und als taiwanisch-binnenpolitischen Sprengstoff: Ma hat die Wahlen gewonnen, indem er die Rolle der Wirtschaft betont hat. Es ist m.E. sein wichtigstes Pfand auf dem Weg zu politischen Ebenen, auf denen sich in ferner Zukunft einmal etwas tun könnte.

When China reorganized ARATS, the new position of executive vice chairman was established under the original positions of chairman and standing vice chairman. This meant that the SEF’s second-in-charge, secretary-general Kao Koong-lian (高孔廉), would have to deal with ARATS’ third-in-charge, vice president Sun Yafu (孫亞夫). The message from China is that Taiwan is merely a local government.

Was ist die kürzeste Zusammenfassung? China wahrt sein Gesicht und redet mit den „Abtrünnigen“, und verwaltet alles über die Regionalkommission, als wäre es eine Inlandsangelegenheit. Alle möglichen Ergebnisse bleiben kontrolliert und niedrigschwellig. Taiwan schluckt einige Kröten, stampft symbolisch die Taiwan-Briefmarken wieder ein und kann faktisch nur Touristen ins Land lassen, mit gemischen Gefühlen und Bordell- und Casinoverbot für Volkschinesen. Immerhin, kommenden Freitag sollen die Direktflüge beginnen. Da darf man auf kulturelle Folgen durchaus gespannt sein.

Von gleichberechtigen Gesprächen kann aber vorerst keine Rede sein. Da ist noch viel Spielraum, SEF und ARATS!


Messe „Computex“ startet, Standbein für Taiwans Wirtschaft

26. Mai 2008

Wie die Webseite heise.de berichtet startet dieser Tage die Computex, die zweitgrößte IT-Messe der Welt. Nicht im sonnigen Kalifornien, sondern in Taiwan. Das Online-Special ist lesenswert und informativ, gerade wenn man das Land nicht besonders gut kennt. Es sind allerlei Länder-, Reise und kulturelle Informationen gut aufbereitet und verlinkt. Dieser Artikel liefert dazu einige Hintergrundaspekte.

Das Special hilft Besuchern bei der Suche nach einer Unterkunft, bei der Anreise und beim Aufenthalt in Taiwans Hauptstadt Taipeh. Hinweise für die touristische Erkundung des fernöstlichen Landes dürfen natürlich auch nicht fehlen. Wer noch zu Computex reisen möchte, muss sich mit den Vorbereitungen allerdings sputen: Die besten Flugverbindungen dürften bereits ausgebucht sein, wer jetzt noch bucht, muss mit langen Wartezeiten auf internationalen Umsteigeflughäfen rechnen.

Bekannte und unbekannte Seiten des Landes zeigen unsere Bilderstrecken zu den Themen Taiwan, Taipeh sowie Essen und Trinken. Auch das neue Messegelände in Nangang stellen wir im Bild vor. Reisende, die Kontakt zur einheimischen Bevölkerung haben wollen, sollten zumindest die einfachsten Redewendungen kennen – wir stellen sie in unserem kleinen Sprachführer vor, die Aussprache lässt sich anhand kleiner Audio-Schnipsel trainieren.

Auch die Millionenstadt Taipeh hat einiges zu bieten, wenn auch der Wolkenkratzer Taipei 101 durch den Bau des Burj Dubai nicht mehr der welthöchste Wolkenkratzer ist. Besucher mit empfindlichen Mägen sollten auf jeden Fall unsere Übersicht über das Essen in Taiwan berücksichtigen.

Einen Besuch in Taiwan können wir auch abseits dieses Events empfehlen, das steht außer Frage.

Wer thematisch gar nichts mit all dem anfangen kann, dem sei exemplarisch dieser Artikel bei taiwaninthenews empfohlen und zudem Nachrichtensender a la N24 o.ä., oder Youtube: da läuft ein Werbespot für Taiwans IT-Industrie, mit einigen Zahlen über weltweite Marktführerschaft und dem sinnfälligen Spruch „You’ll find IT in Taiwan“. Und genau darum gehts auf der Messe. Nicht ohne Grund hat der neue Präsident Taiwans die Wahl mit dem Versprechen gewonnen, die Wirtschaft zu stärken, das Statusbewusstsein ist enorm.

Für die Volksrepublik China, die wirtschaftlich mit Taiwan aufs engste verflochten ist, gilt v.a. der Status als billiges Produktionsland, das zudem noch direkt vor der Haustür liegt. Bei heute.de erschien neulich ein Interview mit Andreas Gursch vom Deutschen Wirtschaftsbüro in Taipeh, das ganz gut erläutert, wie stark Taiwans Wirtschaft und wie groß ihre Strahlkraft in Asien ist (wir berichteten). Was im Interview nicht erwähnt wird, sind Taiwans Exportbeschränkungen für Hightech-Produkte – es darf also nicht alles auswärts produziert werden. Auch hier fürchtet man chinesische Copycats und ungewollten Wissenstransfer, und fördert massiv innovative Forschung und Entwicklung, um Brain Drain klein- und Innovationen im Land zu halten. Da erfüllt es mit Genugtuung, dass sogar der koreanische Dauerkonkurrent Samsung Flachbildschirme in Taiwan fertigen lässt und die VR China lahm verkündet, man wolle mehr LCD-Panel-Fabriken ins Land holen.


Kleiner Wirtschaftsvergleich Taiwan – Südkorea

18. Dezember 2007

Taiwan und Südkorea sind auf den gleichen Märkten aktiv, mit ähnlichen Produkten. Es sind Konkurrenten. Einige Taiwaner, die ich kenne, kaufen tendenziell nichts von LG oder Samsung (Ausnahmen bestätigen die Regel). Bestimmt ist das andersherum auch so, im Kleinen wie im Großen. Beide Länder haben interessante Wirtschaftsdaten. Einen differenzierten Ländervergleich hat Mark von toshuo.com gezogen. Seine Herleitung sieht so aus:

Both were colonized by the Japanese early last century, people of both were split from their families as a result of World War II, and both went on to become booming manufacturing centers in the 80’s and 90’s. Right now, Korea and Taiwan are each involved in electronics markets and both invest heavily in China. Korea is China’s #1 foreign investor, and the Taiwanese are putting even more money into the mainland than the Koreans are, via 3rd parties (since direct investment is restricted by the Taiwanese government). Comparisons are inevitable.

Die Daten bei toshuo stammen vom Internationalen Währungsfonds, was auch in der Diskussion dort beim Artikel eine Rolle spielt. Zum einen: der IWF ist nicht die einzige oder unbefangenste Quelle von Zahlen, und zum anderen würde man bei sorgfältigem Arbeiten z.B. auch die Zahlen der nationalen Statistikämter o.ä. berücksichtigen. (Wer Zeit hat kann das gerne machen, da sollte auch Stoff für die eine oder andere Diplomarbeit drin sein.)

Wichtiger Punkt bei allen Zahlen wie Nationalprodukt, Pro-Kopf-Einkommen, etc: Auch wenn die Ausgangslage beider Länder ähnlich sein mag, Taiwans Wirtschaft hängt deutlich stärker vom Export ab als die Koreas, und somit hat der etwas stärkere Wertverlust des NTD nicht nur einen negativen Effekt. Die Exportprodukte sind im Ausland entsprechend billiger zu haben. Dieser Effekt greift für Korea nicht so stark. Zudem ist der indirekte Handel Taiwans mit der VR China zwangsweise über Zwischenhändler in Asien organisiert, und auch das beeinflusst die Preise. Der binationale Handel spielt auch hinein; eine willkürliche Nachricht unterstreicht das: Samsung to cut out Taiwan memory card makers and enter own-brand market. Taiwans Fabriken und Konzerne sind OEM und ODM für große Teile der Welt, aber das muss nicht immer so bleiben.

Auch ein interessanter Vergleich ist der der Einkommensentwicklung in beiden Ländern. Zahlen und Beurteilung sind bei tushuo.com zu haben. Mir fehlen noch Zahlen für Südkorea, hat da jemand Quellen?

Zu den gegenseitigen regionalen Handelsbeziehungen Taiwan-China und Südkorea-China sollten wir nochmal ausführlicher berichten, deswegen hier nur kurze Erwähnungen: zu beiden Ländern gibt es viel und dauerhaften Handel. Taiwans Zahlen für 2007 gegenüber 2006 zeigen dabei um 15-90% nach oben, je nach Branche, und insgesamt um 15% mehr als im vergangenen Jahr.

Politisch lassen sich Zahlen dieser Art natürlich auch verwenden und nach Bedarf wenden, zumal im Wahlkampf. Der Präsident von Taiwan, Chen Shui-bian, hat in seiner Ansprache zum Nationalfeiertag kürzlich einen ganz anderen, ebenfalls einseitigen, zahlenverdrehenden Vergleich gezogen. In der Zukunft werden auch beide taiwanischen Wahlen in 2008 eine Rolle für die weitere Entwicklung spielen. In Korea wird demnächst ein neuer Präsident gewählt. Der derzeitige Präsident wird ja nicht gerade mit Aufschwung und positiven Entwicklungen in Zusammenhang gebracht. Ob sich das demnächst ändert?

Das notorische China Desk, gewohnt rhetorisch heftig, prügelt derweil die DPP. Dabei wäre es vermutlich egal gewesen, welche Partei Taiwan tatsächlich regiert. (Solch engagierte Artikel, seien sie ideologisch auch noch so einseitig, wünsche ich mir nach hegemonialer Medienart auch für die anderen verlinkten Seiten im Kontext dieses Artikels.)

Mittelfristig wird natürlich auch eine Rolle spielen, wie sich China nach Olympia gibt. Die demographische Entwicklung spielt auch hinein – einfach gesagt, Taiwan wie Südkorea fehlen die Kinder. Wie jedem anderen westlich orientierten Land. Wenn China die Zukunft nicht maßgeblich bestimmt, entweder durch Krieg oder einen langsam aufziehenden Sturm, dann tut es der westliche Lebensstil.


Nachrichtenüberblick: Tourismus und Wirtschaft

9. November 2007
  • Wirtschaft zuerst: die europäische Wirtschaftskammer Taipei gemahnt Taiwan zu Reformen und noch weitergehender Deregulierung der Finanzmärkte, und zu einer politischen Verbesserung im Verhältnis zu Festlandschina. (In diesen Zeiten das Wahlkampfs werden da allerorten Positionen eingenommen.) Außerdem hätte man gerne noch mehr Wachstum und beschwört die dräuende Konkurrenz aus Südkorea, Hong Kong und Singapur: EU group urges gov’t to handle economy first, The China Post, 06. November 2007:

    The European Chamber of Commerce Taipei (ECCT) released yesterday its 2007-2008 Position Papers, titled „Time to Act: Roadmap to Renewed Prosperity,“ and urged presidential candidates from the ruling and opposition parties to address fundamental economic development issues that have been stalling for the last ten years under the different governments. [...]
    „Taiwan is falling behind while Korea is taking over,“ he added, citing a recent survey that ranked Taiwan’s global competitiveness index behind South Korea’s in 2007. Last September, a World Bank study also showed that Singapore rates 1st for overall business-friendliness, while Taiwan ranks no more than 50th. [...]
    Compared with South Korea, Singapore and Hong Kong, the maximum personal income tax in Taiwan is 40 percent, while 35 percent, 16 percent, and 17 percent respectively in all three Asian countries.

  • Spielmaschinen nach Kasino-Art stellt man auch in Taiwan her. Der Hersteller Astro hat jetzt die Lizenz erhalten, Geräte nach Spanien zu liefern: Taiwan maker Astro lands certification for AWP gaming machines in Spain, Digitimes, 09. November 2007:

    Astro, a Taiwan-based developer of arcade/casino gaming machines, on November 8 announced it has secured official certification in Spain for its Blackbeard AWP (amusement with prize) gaming machines and will begin shipments in small volumes to clients in the country by the end of 2007. Astro is the first recipient of such certification in Asia, the company emphasized.

    Blackbeard AWP is a screen-type arcade machine, usually placed at arcade centers, restaurants, bars, etc., Astro noted. There are an estimated 248,000 AWP machines in Spain currently, and only a small portion of them are screen-type models because the Spanish government only began to issue licenses for such models early this year, Astro indicated.

  • Touristisch ging es schon letzte Woche zu, diese Woche gibts eine programmatische Ergänzung. Wer nicht alleine in Taipei ist, der muss quasi unvermeidlich mit Begleitung auch zum Sonne-Mond-See fahren: Im Herzen Taiwans, wo die Sonne den Mond trifft. Spiegel Online, Fernweh, 09. November 2007:

    Lugang – Händchen haltend stehen Pärchen am Ufer und schauen aufs spiegelnde Wasser, im Schimmer der untergehenden Sonne flüstern Männer Heiratsanträge: Zum „Sonne-Mond-See“ zieht es die Verliebten und frisch Vermählten. Jedes zehnte Hochzeitspaar fährt zu diesem Ort, dessen Form im Norden dem chinesischen Schriftzeichen für Sonne ähnelt und im Süden dem Zeichen für den Mond. Doch nicht nur das Ziel, sondern auch der Weg dorthin ist eine Reise wert. [...]
    Von der hektischen Hauptstadt Taipeh im Norden sind es nur wenige Stunden Fahrt ins spärlich besiedelte Bergland zum „Sonne-Mond-See“. Die Strecke führt über Taichung und Nantou – vorbei an Reisfeldern und Bananenplantagen. Grund zur Eile gibt es nicht und so bleibt Zeit für Zwischenstopps – zum Beispiel am „Wu Wei Culture Tea House“ in Taichung, das seinen Besuchern Ruhe und Entspannung bieten will. [...]

  • Etwas weiter abseits liegen die Dongsha-Inseln des Pratas Atoll, eine kleine Inselgruppe im südchinesischen Meer. Gewöhnliche Touristen verirren sich kaum hierher, aber das könnte sich ändern, wenn es zum siebenten taiwanesischen Nationalpark erklärt wird. Slice o’ South China Sea Heaven I (東沙群島) Gefunden in Jeff’s Blog, 09. November 2007:

    Although Dongsha remains off limits to the casual visitor, being part of the documentary team gave me a reason to be there and a seat on the 1 1/2 hour, once-a-week flight from Kaohsiung City.

    Director Su (蘇志宗) was shooting material for a documentary on the Pratas scheduled for release in conjunction with a declaration of Dongsha Atoll and surrounding waters as Taiwan’s 7th National Park. The DVD was released this summer. The National Park, I believe, is still in the works.

    Dongsha Islet, the only part of the Atoll to break surface waters, is one of a number of islands along and around the China coast that has been garrisoned by the ROC military since the Nationalist (KMT) government, under Chiang Kai-shek, executed its „strategic withdrawal“ from the Chinese mainland in 1948/49. China’s new communist leaders lacked a navy to challenge ROC sovereignty offshore, and by the time they had acquired one faced other priorities (the Cold War, détente, maintaining the „status quo“ in Cross-Strait relations) that set ambitions to „liberate“ these scattered island outposts on the back burner.

Auch im unterdessen veröffentlichten zweiten Teil zu Dongsha gibts schöne Fotos zu sehen.


Wirtschaftsförderung: Über 26 Milliarden Euro Umsatz

1. November 2007

Ein schönes Beispiel für kluge Wirtschaftsförderung: in Taiwan gibt es drei Science Parks, staatlich geförderte Wirtschaftszentren mit besonderen steuerlichen und infrastrukturellen Rahmenbedingungen.
Der bekannteste ist der Hsinchu Science Park, das „Silicon Valley Taiwans“, im nördlichen Teil der Insel gelegen. Auf der Autobahn 1 von Taipei aus kommt man in Richtung Süden daran vorbei.

Fast alle bekannten Halbleiter-, Optoelektronik- und Elektronikhersteller produzieren hier: SiS, Logitech, Lite-On, Philips, Realtek, … sowie einige kleinere Firmen, deren Namen man in Deutschland kaum kennt. Insgesamt über 300. Acer lässt hier entwickeln. Die ganze Region profitiert davon. Dem Umsatz nach kommt man immerhin in die Nähe des kalifornischen Silicon Valleys.

Wie der Branchendienst Digitimes letztens berichtete, liegt der diesjährige Umsatz (Januar bis August) für alle drei Parks bereits bei über 26,23 Milliarden Euro (1,225 Billionen NT$). Das entspricht auch in etwa dem Gesamtumsatz der deutschen Bayer AG von 2006. Auch die Beschäftigtenzahl, soweit ermittelbar, gleicht sich nach Größenordnung: Bayer 106.000 (Quelle: Wikipedia-Eintrag), Hsinchu Science Park 117,851 (Quelle: Jahresbericht 2006).

Of the eight-month total revenues, NT$634.57 billion or 51.8% came from semiconductor industries, including IC foundry service and IC design, and NT$474.21, or 38.7%, from optoelectronics industries, mainly FPD (flat panel display) makers, the NSC indicated. The NSC projects the 2007 total revenues to be NT$2.01 trillion, increasing by 14.8% from 2006.

Das entspricht ganz gut den vormals berichteten Wirtschaftsdaten. Auf den Feiern zum Taiwanesischen Nationalfeiertag gab es wie letztes Jahr auch schöne bilaterale Zahlen zu besprechen. Dennoch: wie The Inquirer schreibt, haben die taiwanischen Firmen gerade mit der Markendarstellung und und Konsumentenbindung ein Problem: – For the Taiwanese, branding is the key:

Taiwan initially had little consideration for its own branding and other marketing finesse. There are several early contenders still with us: Acer and Mitac have learned a thing or two about marketing over the years, as well as Viewsonic and AOC in monitors or Leadtek in graphics cards. A few others were just as strong at the very start – remember Tatung, with monitors, servers and even SPARCstation RISC workstations? Or FIC’s LEO brand, well known in early ’90s, and all but forgotten today?

There are also big-time OEM/ODM players who started playing the brand game not so long ago, and succeeded quite well – Asustek, for instance, is targetting clearly individualised OEM and branding divisions, even moving its ASUS branded product worldwide HQ to Singapore last year.

Hon Hai, whose Foxconn name is now not just known for Intel CPU sockets, but its own high end mainboard brand. MSI, ThermalTake, CoolerMaster, Nanya, Gainward and many others followed suit – most quite successully, leading to a quantum leap in marketing and brand promotion across the Taiwanese IT industry.

Kurzfassung: Acer fetzt, sagt ZDNet: Acer verzeichnet Wachstum von 42,1 Prozent in 2007, und HonHai FoxConn rockt: Foxconn on-quarter net profits grow over 27% in 3Q07.

Allen Problemen zum Trotz, so ein Wachstum wünscht man sich auch in Deutschland. Gehätschelte Hochschulabsolventen, steuerliche Erleichterung, Existenzgründung leicht gemacht, Diplomanden-Nachschub direkt von den Unis in der Nähe, und dicken Erfolg in weltweiten Märkten… seufz. Ich lebe wohl im falschen Land. Da brauchts eventuell noch mehr solcher Veranstaltungen, wo man voneinander lernen kann, auch wirtschaftspolitisch.


Fette Gewinne bei Foxconn Taiwan

11. September 2007

Im noch laufenden Geschäftsjahr hat Foxconn bereits über 700 Milliarden NT$ Gewinn eingefahren. An Umsatz fielen im August rund 100 Milliarden NT$ an, das ist ein psychologisch wirksamer Schwellenwert und Schlagzeile wert. Foxconn ist das taiwanische Schwergewicht unter den Herstellern; die Jahreshauptversammlung wird im Fernsehen übertragen wie hierzulande einstmals die von Siemens, nur eben abendfüllend und nicht im Regionalfernsehen.

Foxconn ist der größte Hersteller von fast allem, was elektronisch ist. Mainboards, MP3-Player, … und die Firma ist wohl eine der größten OEMs, stellt also Produkte her, die dann den Namen des Auftraggebers tragen. Die iPods, Playstations und Intel-Mainboards sind berühmte Beispiele. Digitimes berichtet: Foxconn monthly revenues hit NT$100 billion mark for the first time in August:

Foxconn Electronics (Hon Hai Precision Industry) reported that its unconsolidated revenues grew over 40% on year to reach NT$100.37 billion (US$3.03 billion) in August, making it the first company in Taiwan to have its monthly figures surpass the NT$100 billion mark.

All product lines continued to register strong growth in August, with related PC products enjoying the highest growth rate, said company spokesman Edmund Ding.

For the first eight months of 2007, unconsolidated revenues totaled NT$707.59 billion, up 41.8% on year, the company said.

Sehr beeindruckend. 100 Milliarden NT$ entsprechen etwa 3 Milliarden US$, also rund 2.2 Milliarden Euro. Bis Jahresende werden es womöglich eine Größenordnung mehr sein.


Wirtschaftsinformation der Woche: Außenhandel

6. September 2007

Oliver Höflinger von der Bundesagentur für Außenwirtschaft stellt interessante Zahlen zusammen: Wirtschaftstrends kompakt Taiwan Jahresmitte 2007:

Taipeh (bfai) – Taiwans Wirtschaft bleibt weiter auf Wachstumskurs. Allerdings dürften 2007 – abgesehen vom privaten Konsum – die maßgeblichen Wirtschaftsdaten etwas schwächer und die Unsicherheitsfaktoren etwas größer ausfallen als im Vorjahr. Dennoch werden sich wieder gute Chancen bieten: so sollen vor allem Metallindustrie und Maschinenbau ihre Investitionen auf der Insel kräftig steigern. Hinzu kommen diverse Projekte bei Halbleitern und Displays. Die Einfuhren aus Deutschland, die 2006 leicht rückläufig waren, legten im 1. Quartal 2007 wieder zu.

Es folgen eine Menge Zahlen, ich gebe eine handvoll wieder, die sich auf Taiwan und Deutschland beziehen:

Außenhandel

Die deutsch-taiwanischen Handelsströme entwickelten sich 2006 gegenläufig: Während die Ausfuhren nach Deutschland um 12,2% auf 5,0 Mrd. US$ zulegten, gingen die Importe aus Deutschland leicht um 0,7% auf 6,1 Mrd. US$ zurück. Insgesamt war Deutschland 2006 Taiwans sechstgrößter Lieferant und siebtgrößter Abnehmer. In den ersten drei Monaten 2007 kehrte sich die Entwicklung um: die Exporte nach Deutschland nahmen um 7,8% ab, während die Einfuhren aus Deutschland um 4,6% zulegen konnten.

Einfuhrgütergruppe ZT-Position (C.C.C.-Code) 2005 2006 Änd. 06/05
Alle Einfuhren aus Deutschland 6.180,1 6.135,0 -0,7
Personenkraftwagen 8703 582,1 518,5 -10,9
Elektronische integrierte Schaltungen und elektronische Mikroschaltungen 8542 583,6 482,3 -17,4
Maschinen, Apparate und mechanische Geräte mit eigener Funktion 8479 277,9 289,8 4,3
Oszilloskope, Spektralanalysatoren und andere Geräte zum Messen elektrischer Größen 9030 188,2 272,4 44,8
Chemische Elemente, zur Verwendung in der Elektronik dotiert, in Scheiben, Plättchen oder ähnlichen Formen 3818 160,1 264,0 64,9

Quelle: Directorate General of Customs, 2007

Leider sind die originalen Quellen nicht weiter verlinkt. Man kann aber die gedruckte Broschüre als Papierversion anfordern.