26. August 2009
Die FAZ hat heute einen interessanten Artikel anläßlich der Frankfurter Buchmesse und des diesjährigen Partnerlandes. Mark Siemons schreibt in „Die andere Kulturrevolution“ zum augenfälligen Kontrast Taiwan und China:
In Ermangelung eines souveränen, voll handlungsfähigen Staats stellt sich den Taiwanern seit mehr als zwanzig Jahren die Frage: Wie können wir unsere mühsam errungene Demokratie und Eigenständigkeit gegenüber der Volksrepublik, die auf uns Anspruch erhebt, behaupten? In welchem Sinn gehören wir, wenn überhaupt, zu China, und was gehört außerdem noch zu uns? Was ist überhaupt „China“, abgesehen von der das Land zurzeit regierenden Kommunistischen Partei? So wird Taiwan für die Diskussion, was die chinesische Kultur zur Gegenwart beitragen kann, unentbehrlich.
Ich bin nicht sicher ob ich mit allen Darstellungen und Schlußfolgerungen übereinstimme. Um etwas über die intellektuelle und literarische Welt in Taiwan zu erfahren und Buchempfehlungen zu erhalten ist der Artikel jedenfalls bestens geeignet. Wir wünschen uns mehr Journalisten, die so einen weiten Blick haben und einige der Problematiken verstehen und darstellen können, politisch wie kulturell.
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16. Oktober 2008
Bei der Peking Duck fand ich einen Artikel, den Richard von Bill Stimpson zitiert – Dreams of Taiwan. Dort wird der Vergleich aus der Überschrift gemacht. Das ist Stoff für Utopien.
Lesenswert ist es allemal, auch wenn taiwaninthenews nicht geschlossen mitgehen würde – dass man die formale Unabhängigkeit forcieren müsste. Solange die Taiwaner entscheiden können oder nicht entscheiden wollen was passiert… Mit hypothetischen Annäherungen an das Thema kann man aber auch einige der groben Kommentare abperlen lassen – und das eine oder andere Argument mitnehmen.
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27. August 2008
Wer die Schlußfeier der 29. Olympischen Spiele im ZDF gesehen hat mag es mitbekommen haben: eher am Anfang der Nationen verabschiedete sich Taiwan, und die Kommentatoren sprechen gefühlt minutenlang über Taiwan, benennen die Lage in der internationale Politik und das Verbot der taiwanesischen Flagge in der Volksrepublik China. Bei der Aufzählung der Eigenschaften fehlte uns etwas das Schlagwort „Demokratie“, das einen kräftigen Kontrast zum Gastgeberland aufgespannt hätte, aber allzu kleinlich wollen wir nicht sein. Die Kommentare waren gut in Ordnung, kamen zur rechten Zeit, und haben womöglich den einen oder anderen Zuschauer darauf aufmerksam gemacht, dass sich das Nachschlagen lohnt. Danke ZDF!
Hier funktioniert die Mediathek nicht, aber man kann im Prinzip die Übertragung der Abschlußfeier noch einmal angucken, hier: http://www.zdf.de/ZDFmediathek/content/569154?inPopup=true. Wenn das inklusive Kommentar ist dann mal aufmerksam die ersten paar Minuten verfolgen.
Was uns entgangen war: offenbar wurde verschiedentlich die burmesische Flagge verwendet und von Taiwan verwendet – weil sie recht ähnlich sieht. Farbgebung und Aufbau sind praktisch gleich, nur das weiße „Ornament“ im blauen Feld links oben ist anders: statt der republikanischen Sonne (Taiwan) sind einige Symbole Burmas zu sehen. Mit etwas Abstand oder schlechtem Empfang hat man so geschickt das Verbot umgangen.
Die Spiele selber haben wir kaum verfolgt, von den von Zhang Yimou spektakulär inszenierten Ein- und Ausgangsfeiern abgesehen. Wir wissen aber den Medaillenspiegel dank des Internets nachzuschlagen: Taiwan, das entwürdigenderweise als Chinese Taipei antreten muss, belegt Rang 80, mit 4 bronzemedaillen. Die Schweiz ist 34., und Deutschland immerhin 5. Alle Achtung. Bei der Überzahl volkschinesischer AthletInnen ist das ganz ordentlich.
In den ersten Tagen der Spiele haben wir allerdings Chen Wei-Ling zugesehen, die im Gewichtheben noch versucht hatte, den politischen Konflikt durch mehr Gewicht umzukehren und mehr zu reißen als die Goldmedaillengewinnerin Chen Xiexia (VR China). Die Niedergeschlagenheit war ihr anzusehen.
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15. Juli 2008
Nachdem die Festlandschinesen aus der Volksrepublik China nun in das demokratische China fliegen dürfen, ohne einen mehrstündigen Umweg über Hong Kong zu machen, kommen erste Reaktionen in den Medien:
Culture Shock For Chinese Tourists And Taiwanese Hosts
Others, such as taxi driver Huang Li-kuo, are more tolerant. „The mainland tourists remind me of how we Taiwanese were when we first travelled abroad. We were also censured for talking loudly in public and haggling over prices,“ he said.
Taiwan had already established itself as a regional economic powerhouse when the mainland began liberalising its economy in the 1970s and 1980s.
„That is why some Taiwanese still have a condescending attitude towards the mainlanders,“ said Taiwanese Wang Hsing-ching, a well-known political commentator who pens columns under the pseudonym, Nanfang Shuo.
„But there has been a dramatic shift in attitude with the Chinese economy taking off. In fact, some Taiwanese have swung from one extreme to the other – from looking down on mainlanders to worshipping them as saviours of Taiwan’s economy,“ he told The Straits Times.
[via linguafranca]
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1. Juli 2008
Nach dem Regierungswechsel in Taiwan (wir berichteten) ist es recht schnell zu binationalen Gesprächen gekommen, und beide Seiten haben wiederholt versichert, die Gespräche seien gut vorangekommen, etc etc. Nichts anderes hat man erwartet. Abtasten tut Not, aber nicht allzu öffentlich, und die Details erfährt ja niemand in der breiten Öffentlichkeit so genau. Aber es gibt viel zu lesen, und der Grundton ist positiv. Auch wir von taiwaninthenews schätzen, dass man sich unterhält, wie es scheint unverkrampft. Die Akteure sind natürlich, wie könnte es anders sein, nicht die jeweiligen Regierungen, sondern Chinas „Association for Relations Across the Taiwan Strait“ (ARATS) und Taiwans „Straits Exchange Foundation“ (SEF), die bereits seit 1991 existieren.
Ein parteiischer Artikel von Paul Lin (林保華) in den Taipei Times wirft ein anderes Licht auf die Gespräche und betont die Konsequenzen, die oftmals unerwähnt bleiben. Anlass ist ein pro-volkschinesischer Artikel vom 13. Juni 2008, der in der Zeitung Ming Pao (Hong Kong) erschienen ist, und der ebenfalls Partei ergreift. Paul Lin schreibt:
The value of sacrifices made by Taiwan in terms of sovereignty is already larger in value than China’s “big gifts,” which are really just tourists coming to Taiwan and chartered direct flights. Taiwan allowed tourists to go to China in the 1980s; and countless Taiwanese businessmen invested there after the Tiananmen Square Massacre, helping to save a Chinese economy that was starting to slip at that time. Now, there are millions of Taiwanese residing in China and Taiwanese have invested hundreds of billions of dollars there. Yet when a few thousand Chinese are set to come to Taiwan for a holiday, China calls it a “big gift.” Does this mean all that Taiwan has given China didn’t amount to anything? It is high time China cultivated some virtue and a little class and repay Taiwan instead.
Das halte ich für einen wichtigen Punkt, sowohl als beachtliches Gewicht in den Verhandlungen, und als taiwanisch-binnenpolitischen Sprengstoff: Ma hat die Wahlen gewonnen, indem er die Rolle der Wirtschaft betont hat. Es ist m.E. sein wichtigstes Pfand auf dem Weg zu politischen Ebenen, auf denen sich in ferner Zukunft einmal etwas tun könnte.
When China reorganized ARATS, the new position of executive vice chairman was established under the original positions of chairman and standing vice chairman. This meant that the SEF’s second-in-charge, secretary-general Kao Koong-lian (高孔廉), would have to deal with ARATS’ third-in-charge, vice president Sun Yafu (孫亞夫). The message from China is that Taiwan is merely a local government.
Was ist die kürzeste Zusammenfassung? China wahrt sein Gesicht und redet mit den „Abtrünnigen“, und verwaltet alles über die Regionalkommission, als wäre es eine Inlandsangelegenheit. Alle möglichen Ergebnisse bleiben kontrolliert und niedrigschwellig. Taiwan schluckt einige Kröten, stampft symbolisch die Taiwan-Briefmarken wieder ein und kann faktisch nur Touristen ins Land lassen, mit gemischen Gefühlen und Bordell- und Casinoverbot für Volkschinesen. Immerhin, kommenden Freitag sollen die Direktflüge beginnen. Da darf man auf kulturelle Folgen durchaus gespannt sein.
Von gleichberechtigen Gesprächen kann aber vorerst keine Rede sein. Da ist noch viel Spielraum, SEF und ARATS!
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21. Mai 2008
In den Taipei Times war bereits Ende vergangener Woche ein Editorial abgedruckt, in dem der unpolitische Charakter der Erdbebenhilfe für China erwähnt wurde, nicht ohne Spitzen gegen die Volksrepublik China: Taiwan gives with an open heart
In the spirit of humanitarianism, the government has expressed its condolences and offered assistance, with Premier Chang Chun-hsiung (張俊雄) on Tuesday announcing that Taipei would “provide all necessary resources” to help the Chinese government with relief work, which could include rescue teams, medical assistance and donations for reconstruction.
The same day, President Chen Shui-bian (陳水扁) called on the public to give generously and contribute to relief and reconstruction efforts.
The government announced yesterday a cash donation of NT$700 million (US$22.6 million) and NT$100 million in rice, adding it would seek to collect NT$1.2 billion in donations from the private sector.
Taipei’s generosity should be acknowledged as it appears to be free of the politicization that characterized Beijing’s “help” when it sent token aid to Taiwan after the catastrophic 921 Earthquake nine years ago.
Die Deutsch-Chinesische Gesellschaft – Freunde Taiwans e.V. (ohne Internetseite) aus Berlin veröffentlichte heute ihren 168. „Taiwan-Blitz“, der auf das Erdbeben eingeht und über die Hilfeleistungen Taiwans berichtet:
Taiwan leistet Hilfe für Erdbebenopfer in China
Taiwans Regierung, Privatwirtschaft und Bevölkerung haben mit einer Welle von Hilfsbereitschaft auf das verheerende Beben, das die Provinz Sichuan erschüttert hat, reagiert.
Im Erdbebengebiet befanden sich auch 2.897 taiwanische Touristen, von denen nur ein einziger ums Leben kam. Die übrigen Touristen sind inzwischen mit Unterstützung der chinesischen Seite wohlbehalten nach Taiwan zurückgekehrt.
Am Mittwoch, dem 14. Mai 2008, hatte Taiwans Premierminister, Chang Chu-hsiung, die Entscheidung der taiwanischen Regierung bekannt gegeben, umgerechnet fast 42 Millionen Euro, für die Opfer des Erdbebens zu spenden.
Chen Min-tong, der Vorsitzende des Rates für Festlandsangelegenheiten, erklärte in Taipeh in einem detaillierten Bericht, dass zunächst umgerechnet 14,6 Millionen Euro Bargeld zusammen mit Lebensmitteln im Wert von 2,1 Millionen Euro, beides aus der öffentlichen Hand, über das nationale Rote Kreuz und die in Peking ansässige Gesellschaft für Beziehungen über die Taiwan-Strasse an die VR China gegeben werden sollen.
Die führenden Wohlfahrtsorganisationen in Taiwan, darunter die buddhistischen Stiftungen Tzu Chi, Ling Jiou Mountain und Fo Guang Shan sowie das Rote Kreuz der Republik China hatten bereits 24 Stunden nach der verheerenden Erdbebenkatastrophe in der VR China mit ihren Spenden und Hilfsmaßnahmen begonnen. Mit außerplanmäßigen Charterflügen der China Airlines wurden mehr als 150 Tonnen Lebensmittel, Zelte, Schlafsäcke und Leichensäcke nach Sichuan geflogen. Allein die Stadt Taipeh entsandte zwei Rettungstrupps nach Sichuan. Bei einem großen von der China Times unter Mitwirkung von zahlreichen bekannten Künstlern und Schauspielern veranstalteten Benefiz-Konzert, bei dem auch der designierte Präsident Ma Ying-jeou und seine Frau anwesend waren, kamen am 18. Mai weitere umgerechnet etwa 4,7 Millionen Euro an Spenden zusammen.
Taiwan, das selbst häufig von Erdbeben betroffen ist, hat hoch ausgebildete Spezialisten, die in China wertvolle Arbeit leisten können. Bei einem großen Erdbeben am 21. September 2002 in Taiwan leisteten viele ausländische Rettungsmannschaften, auch aus Deutschland, Hilfe. Taiwan hat diese Art der schnellen Hilfeleistung sehr geschätzt. Im Rahmen von humanitären Aktionen zögert Taiwan daher nicht, seine Hilfe anzubieten, sei es in Burma oder in China.
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18. März 2008
Ist ja klar: so kurz vor der Präsidentschaftswahl schwingt wieder etwas saisonale Rhetorik vom volkschinesischen Festland herüber in die Republik China auf Taiwan. Diesmal liest sich das so:
China’s premier tried to woo rival Taiwan with poetry and business deals Tuesday but urged Taiwanese voters to reject a referendum on whether the island should join the United Nations, warning that tensions would rise if the bid succeeds.
Premier Wen Jiabao said approval of the referendum that will accompany Taiwan’s presidential election this Saturday could aggravate the already tense ties between China and Taiwan.
Zitiert wird die Propagandamaschine Xinhua, und die Nachricht über Associated Press verbreitet. Die Warnung braucht diesmal keine besonderen Schlagwörter, da die Ereignisse in Tibet gegenwärtig sind. Beachtenswert ist aber die von der Presseagentur gewählte Formulierung des Rivalen Taiwans. Bei der engen wirtschaftlichen Verflechtung und politischen Verschiedenheit der beiden Länder ist das eine besondere Erwähnung wert.
(via China Digital Times)
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31. Januar 2008
Dieser offene Brief wurde u.a. auf taiwaner.de veröffentlicht.
各位同學
最近德國外交部為修補中德關係,由外長寫信向中國表明其政策立場,其中該外長宣稱台灣為中國領土一部。針對於此,有熱心的僑民與同學擬定了一個抗議信。請大家有意者得列印後簽名寄出,向德國政府表達我們的聲音。該部地址為
Auswärtiges Amt
11013 Berlin
抗議信內容如下:
Sehr geehrter Herr Minister Steinmeier
敬愛的部長先生,
In einer am 22. Januar 2008 auf der Website Ihres Amtes veröffentlichten Pressemitteilung wurde betont, dass die Bundesregierung an der Ein-China-Politik festhalte. Zusätzlich folgt die Erklärung: Sie beinhaltet die Zugehörigkeit Tibets wie auch Taiwans zum chinesischen Territorium. Dazu möchten wir ausdrücklich unseren Protest bekunden. Wir bitten Sie darum, eine Klarstellung vorzunehmen, daß mit „chinesischem Territorium“ keinesfalls das territorium der Volksrepublik China gemeint ist.
貴單位的官方網站在一月22日的新聞稿中重申聯邦政府的一中政策,此外更明確地提到“西藏及台灣皆屬於中國的領土“。對此,我們表示嚴重的抗議,我們要求您澄清,所謂“中國的領土“並非中華人民共和國的領土。
Taiwan hat zwar keine offizielle dipolmatische Beziehung zu Ihrem Land. Insofern haben Sie ein gutes Recht an Ihrem Bekenntnis zur „Ein-China-Politik“ festzuhalten und diese zu bekräftigen, obwohl wir dies sehr bedauern.
台灣跟貴國沒有正式的邦交關係,所以您可以大聲宣告貴國接受一個中國原則,雖然我們對此表示遺憾。
Dennoch, jeder, der allgemeine Kenntnisse über internationale Angelegenheiten besetzt, muß wissen, daß Taiwan nicht zum Territorum der Volksrepublik China gehört.
但是,任何一個有基本國際事務常識的人都知道,台灣從來不是中國人民共和國的領土。
Niemals in der Vergangenheit, auch nicht in der Gegenwart, keine einzige Sekunde, keine einzige Minute hat die volksrepublikanische Regierung auf taiwaneischem Territorium regiert.
過去沒有,現在也不是,中華人民共和國的統治權,沒有一分一秒在台灣的土地上發生過。
Wann haben Taiwanesen je Steuer bei der Volksrepublik China bezahlt, wann sind je taiwanesische Staatsbürger in die Volksarmeen einberufen werden, wann konnten je Deutsche Staatsbürger in Konsulaten der Volksrepublik China gültige Reisenvisa in Taiwan beantragen?
台灣曾經向中華人民共和國繳過稅嗎?,台灣人民曾經受中共解放軍徵兵嗎?德國公民要到台灣可以在中國人民共和國領事館獲得有效的台灣簽證嗎?
Falls Sie nicht einen einzige dieser Fragen mit „ja“ beantworten können, bitten wir Sie um die Rücknahme Ihrer falschen Wörter. Wir erlauben uns anzumerken, daß in diesem Falle auch eine Entschuldigung beim Volk Taiwans nicht fehl am Platz wäre.
如果您無法肯定地回答上述任何一個問題,請收回您錯誤的聲明。我們認為您應該向台灣人民道歉。
Bei internationaler Politik muß man zwar auf praktisches Interesse achten. Dennoch kann man Tatsachen nicht einfach verfälschen. Wir bitten, dies zu berücksichtigen. Vielen Dank!
國際政治有“現實“,也有“事實“,請勿混淆。謝謝!
Wir wünschen Ihnen alles Gute im Ihren amtlichen Leben.
敬祝政安
Mit freundlichen Grüßen
友善的問候
Im Namen der Taiwanesischen Studenten in Deutschland
台灣在德留學生
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1. November 2007
In Afrika unterhalten drei Staaten echte diplomatische Beziehungen zu Taiwan: Burkina Faso, Swasiland und Gambia. Als afrikanische Länder sind sie, zumindest indirekt, auch von aggressiver volkschinesischer Finanz- und Entwicklungspolitik betroffen.
Man darf darauf aufmerksam machen, dass über viel Geld vieles entschieden wird, gerade auch in internationalen Beziehungen. Liberia und Tschad haben ihre Beziehungen bereits früher abgebrochen, wenn auch offiziell aus anderen Gründen. Derzeit wächst die chinesische Beteiligung an afrikanischen Banken, oder wie die Financial Times Deutschland heute in einem Dossier berichtet, „entern“ Chinesen derzeit Banken in Afrika:
Die Chinesen sind an den afrikanischen Banken interessiert, weil sie Gelder in den Bergbau- und Erdölsektor des Kontinents pumpen wollen. China ist auf Rohstoffe angewiesen, um seine Wirtschaft zu modernisieren. Die staatlich kontrollierte China Development Bank wird dem Kooperationsabkommen zufolge mit der United Bank for Africa Projekte in Nigeria finanzieren. China verfügt über riesige Kapitalvorräte, die die Volksrepublik weltweit anlegen will.
Die Zusammenarbeit kommt in einer Phase, in der die großen Banken des Kontinents auf Expansionskurs gehen. Die Zentralbank von Nigeria hatte 2004 eine ganze Reihe von Geldinstituten geschlossen, um den Finanzsektor zu stärken. Von 89 Banken blieben nur noch 25 übrig. Deren Aktienkurse haben in den vergangenen Jahren deutlich zugelegt.
Die Banken profitieren vom kräftigen Wirtschaftswachstum, das der Öl- und Rohstoffboom vielen Ländern Afrikas beschert hat. Die First Bank, eines der führenden Institute Nigerias, führt bereits Gespräche mit der Ecobank in Togo über einen Zusammenschluss. Andere Großbanken des Landes haben Filialen in Ghana, Gambia und Sierra Leone geöffnet.
„Entern“ klingt nach Piraterie und feindlicher Übernahme. Ob die FTD das so gemeint hat? China steht nicht im Fokus unserer Nachrichten, aber diese Art von Finanzpolitik kann schwerwiegende Folgen haben. Die böse Ein-China-Politik, der auch Deutschland folgt, führt auch dazu, dass die sich konsolidierenden Finanzmärkte in Gambia, Burkina Faso und Swasiland von volkschinesischem Kapitel mitgetragen werden. Da darf man mißtrauisch sein, und sollte es auch. Schon in der Vergangenheit hat die Volksrepublik gezeigt, wie man es mit internationalen Beziehungen hält. Taiwan muss aus der Isolation.
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27. Oktober 2007
…als rhetorisches Mittel nutzen, um den Wahlkampf in Taiwan zu beeinflussen. Soviel steht erstmal fest. Gucken wir mal nachträglich Nachrichten von vorletzter Woche:
Es startete mit einem scheinbaren Knaller: Hu Jintao charts roadmap for China: sustainable growth, greater democracy:
China will also … work to sign a cross-Straits peace agreement on the basis of one-China principle.
Das wird Chinadesk nicht schmecken. Ein Friedensabkommen, oder Pakt, innerhalb des eigenen Landes? Wie will man das konsistent erklären? Ich bin schwach gespannt… Deutliche Worte, aber erfahrungsgemäß nicht deutungsoffen: Peace pact with Taiwan proposed
Hu Jintao, general secretary of the Central Committee of the Communist Party of China (CPC), yesterday called for a peace agreement with Taiwan under the one-China principle.
„We would like to make a solemn appeal: On the basis of the one-China principle, let us discuss a formal end to the state of hostility between the two sides, reach a peace agreement, construct a framework for peaceful development of cross-Straits relations, and thus usher in a new phase of peaceful development,“ Hu said in a report to the 17th National Congress of the CPC.
It is the first time that the CPC has officially called for a peace agreement between the two sides in its political report. But Hu did raise the issue with Lien Chan, former chairman of Taiwan’s opposition Kuomintang, when Lien visited the mainland in 2005.
Naja, selbst breit ausgeprägte Skepsis bleibt nach der Medienlese stark. Von einem echten Angebot kann man auch nach us-amerikanischer Auffassung nicht sprechen. Ist ja nichts draus geworden, außer einem unmoralischen Angebot an den Vatikan, brrrr. Und daraus wird nichts, so wie die KPCh in Oberflächlichkeiten macht. Sieht so aus als müssten wir bis 海枯石烂 warten.
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