Ein schönes Beispiel für kluge Wirtschaftsförderung: in Taiwan gibt es drei Science Parks, staatlich geförderte Wirtschaftszentren mit besonderen steuerlichen und infrastrukturellen Rahmenbedingungen.
Der bekannteste ist der Hsinchu Science Park, das „Silicon Valley Taiwans“, im nördlichen Teil der Insel gelegen. Auf der Autobahn 1 von Taipei aus kommt man in Richtung Süden daran vorbei.
Fast alle bekannten Halbleiter-, Optoelektronik- und Elektronikhersteller produzieren hier: SiS, Logitech, Lite-On, Philips, Realtek, … sowie einige kleinere Firmen, deren Namen man in Deutschland kaum kennt. Insgesamt über 300. Acer lässt hier entwickeln. Die ganze Region profitiert davon. Dem Umsatz nach kommt man immerhin in die Nähe des kalifornischen Silicon Valleys.
Wie der Branchendienst Digitimes letztens berichtete, liegt der diesjährige Umsatz (Januar bis August) für alle drei Parks bereits bei über 26,23 Milliarden Euro (1,225 Billionen NT$). Das entspricht auch in etwa dem Gesamtumsatz der deutschen Bayer AG von 2006. Auch die Beschäftigtenzahl, soweit ermittelbar, gleicht sich nach Größenordnung: Bayer 106.000 (Quelle: Wikipedia-Eintrag), Hsinchu Science Park 117,851 (Quelle: Jahresbericht 2006).
Of the eight-month total revenues, NT$634.57 billion or 51.8% came from semiconductor industries, including IC foundry service and IC design, and NT$474.21, or 38.7%, from optoelectronics industries, mainly FPD (flat panel display) makers, the NSC indicated. The NSC projects the 2007 total revenues to be NT$2.01 trillion, increasing by 14.8% from 2006.
Das entspricht ganz gut den vormals berichteten Wirtschaftsdaten. Auf den Feiern zum Taiwanesischen Nationalfeiertag gab es wie letztes Jahr auch schöne bilaterale Zahlen zu besprechen. Dennoch: wie The Inquirer schreibt, haben die taiwanischen Firmen gerade mit der Markendarstellung und und Konsumentenbindung ein Problem: – For the Taiwanese, branding is the key:
Taiwan initially had little consideration for its own branding and other marketing finesse. There are several early contenders still with us: Acer and Mitac have learned a thing or two about marketing over the years, as well as Viewsonic and AOC in monitors or Leadtek in graphics cards. A few others were just as strong at the very start – remember Tatung, with monitors, servers and even SPARCstation RISC workstations? Or FIC’s LEO brand, well known in early ’90s, and all but forgotten today?
There are also big-time OEM/ODM players who started playing the brand game not so long ago, and succeeded quite well – Asustek, for instance, is targetting clearly individualised OEM and branding divisions, even moving its ASUS branded product worldwide HQ to Singapore last year.
Hon Hai, whose Foxconn name is now not just known for Intel CPU sockets, but its own high end mainboard brand. MSI, ThermalTake, CoolerMaster, Nanya, Gainward and many others followed suit – most quite successully, leading to a quantum leap in marketing and brand promotion across the Taiwanese IT industry.
Kurzfassung: Acer fetzt, sagt ZDNet: Acer verzeichnet Wachstum von 42,1 Prozent in 2007, und HonHai FoxConn rockt: Foxconn on-quarter net profits grow over 27% in 3Q07.
Allen Problemen zum Trotz, so ein Wachstum wünscht man sich auch in Deutschland. Gehätschelte Hochschulabsolventen, steuerliche Erleichterung, Existenzgründung leicht gemacht, Diplomanden-Nachschub direkt von den Unis in der Nähe, und dicken Erfolg in weltweiten Märkten… seufz. Ich lebe wohl im falschen Land. Da brauchts eventuell noch mehr solcher Veranstaltungen, wo man voneinander lernen kann, auch wirtschaftspolitisch.